Online Tagebuch von Mike & Christian (Montreal)

Sunday, August 06, 2006

"Da, wo der Fluss enger wird"

Der Samstag war mal wieder vollgepackt mit Aktivitäten rund um die Wohnung - morgens früh sind wir gleich losgefahren und haben alles mögliche eingekauft, was man noch so braucht um sich zu "installieren": Wischmop, Staubsauger, Bügeleisen, Stereoanlage, Radiowecker, alle möglichen Putz- Scheuer- und sonstigen Reinigungsmittel,Sicherheitsriegel für die Balkontüren, Glühbirnen, Hammer, Nägel, Handtücher, Gästehandtücher, Wäschespinne, Gummihandschuhe und und und. Dann gings rapidamente in die Wohnung (hier hat man blitzschnell mal 40km gefahren ohne es zu merken), da wir um 12:00 bereits die Waschmaschine und den Kühlschrank erwartet haben. Ausserdem war noch das Bett aufzubauen, dass am Tag zuvor bereits angeliefert wurde. Wegen des Montreal Marathon waren die wichtigsten Strassen gesperrt. Dadurch haben wir ziemlich lange bis zur Wohnung gebraucht, kennen aber nun alle möglichen Schleichwege. Ich bewundere die Leute, die es geschafft haben, unsere Elektrogeräte und Möbel in diese Wohnung zu schleppen. Die Waschmaschine wurde uns freundlicherweise gleich angeschlossen, obwohl der Typ im Geschäft sagte, dass wir das selber machen müssten und nur die Lieferung inklusive sei. Interessanterweise sind die Waschmaschinen hier nicht nur mindestens zweimal so gross wie bei uns (laut Aufschrift sind sie alle "super heavy duty commercial style washer"), sondern haben einen Anschluss für Kalt- und Warmwasser. Das Wasser wird also offenbar nicht in der Maschine erhitzt, sondern einfach warm aus der Leitung zugeführt. Dadurch gibt es bei der Temperaturwahl auch nicht 30/40/60/95 Grad, sondern nur "cold", "warm" und "hot". Und das ganze nicht in einer Edelstahltrommel, sondern in einer "extra quiet"-Porzellantrommel. Auch wenn die Waschmaschine leise sein sollte, der gekaufte Staubsauger ist es nicht. Hört sich an wie ein Traktor, und das interessanteste an dem Sauger ist, dass er vorne über ein grosses Abblendlicht verfügt, damit die zu saugende Fläche natürlich auch schön gepflegt ausgeleuchtet ist und man auch mal nachts saugen kann. Der Samstag ist dann ausgeklungen in Chambly, einem kleinen Ort ca. 25 Autominuten südlich von Montréal. Dort gibt es gleich neben dem Fort Chambly eine Brauerei mit angeschlossenem Gasthaus. Obwohl wir extra wegen der Caribou-Gerichte hingefahren sind, haben wir am Ende doch beide Fisch gegessen... Heute, Sonntag, sind wir dann zwecks Erholung mal nach Québec City gefahren (ca. 270km am St.Lorenz entlang stromaufwärts). Dort wurde an diesem Wochenende die "Fête de la Nouvelle France") gefeiert. Québec ist ein Wort der "first nations", also indianisch und bedeutet wohl soviel wie "da, wo der Fluss enger wird". Die Stadt ist die Hauptstadt der Provinz Québec und wurde 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Es ist die einzige Stadt in Nordamerika, deren Festungsanlagen noch intakt sind. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Châteu Frontenac, Hotel der Fairmont-Kette, welches ehemals als Hotel der "Canadian Pacific" Gruppe errichtet wurde, um entlang der Eisenbahnstrecke ein attraktives Hotel anbieten zu können. Benannt wurde es nach dem Gouverneur Louis de Frontenac, der Québec 1690 erfolgreich gegen die Engländer verteidigt hat. Québec war auch die Hauptstadt Kanadas, bis 1859 Ottawa diese Funktion übernahm.Etwa 20 Autominuten entfernt befinden sich die Montmorency-Wasserfälle, die mit ca. 84 Metern die Niagara Fälle deutlich übertreffen. Man kann mit einer Seilbahn hochfahren und die Fälle auf einer Hängebrücke überqueren. Hier noch ein paar Bilder:





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