Online Tagebuch von Mike & Christian (Montreal)

Monday, March 05, 2007

Canada on the rocks


Es mag vielleicht März sein, der kanadische Winter ist deshalb aber noch lange nicht beendet. Vorallem der diesjährige. Während ganz Deutschland im Freudentaumel über 15'C sich mal wieder den Kopf zerbricht, ob es normal ist oder nicht, erlebt der Osten Kanadas eine der längsten Kältewellen der letzten Jahre. Seit bereits 2 Monaten herrscht fast ausnahmslos Dauerfrost. Am Freitag zog der dritte Schneesturm der Wintersaison über den Süden der Provinz und liess auf Montreal etwa 25cm Schnee fallen. Somit lagen dann gut 35cm in der Stadt, durch leichte Plusgrade der letzten Tage und die extreme Sonneneinstrahlung schmolz aber wieder ein Teil weg, wodurch sich die Gehwege in spiegelglatte Rutschbahnen verwandelten. Das Auto ist so hoffnungslos eingeschneit, dass wir trotz Freischaufeln nicht in der Lage sind das Auto zu bewegen. 35cm Schnee ist ja zugegebenermassen nicht viel, da aber die Stadtreinigung schön gepflegt die Strassen frei räumt und den Schnee vorübergehend grad links und rechts hinschiebt, und die Gehwege durch Fräsmaschinen auch gereinigt werden, sammeln sich da wo die Autos stehen gut und gerne Schneemassen zwischen einem halben und einem Meter.


Heute schneit es wieder ein wenig, angeblich sollen es 5cm werden, und die Temperaturen liegen bei -3'C. Die nächsten Tage erwartet der Wetterdienst aber vorübergehend um -15'C tagsüber und unter -20'C Nachts. Auch wurde bereits eine sogenannte Wind-chill-Warnung oder auf franz. Avertissement de refroidissement éolien, herausgegeben. Heute Nacht und morgen werden aufgrund des Windes gefühlte Temperaturen von -38'C erwartet.
Aber das ist ja nichts was wir nicht schon erlebt hätten :)



Da bleibt man doch lieber zuhause wenn man kann.

Ich habe eine recht erfreuliche Nachricht meinerseits. Ich werde den Sommer über, vom 1.Mai bis 15.Oktober, eine temporäre Stelle als Tour Desk Agent im Sales Office besetzen. Dem ein oder anderen mag das ja ziemlich früh erscheinen, nachdem ich grad mal letzten Oktober angefangen habe, aber nachdem ich mit mehreren Leuten gesprochen hatte, entschied ich mich letztendlich doch dafür mich auf die Stelle zu bewerben. Vordergründig natürlich um die Tätigkeiten einer anderen Abteilung kennen zu lernen, einen besseren Überblick über die Abläufe im Hotel zu bekommen, um Zusammenhänge besser verstehen zu können und um dann im Oktober mit all den neuen Erfahrungen meine Arbeit an der Rezeption zu bereichern und noch professioneller zu arbeiten.
Erfreulicher Nebeneffekt: Ich werde mit Marilyn Vawer zusammen arbeiten. Die Kosten teilen sich beide Abteilungen, wenn ich im Oktober zurückkomme, werde ich wieder genau denselben Platz einnehmen wie vorher. Auf die Stelle gab es im übrigen immerhin 2 Bewerber. Klopf, klopf :) Das komische ist nur, dass mein Chef noch gar nichts davon weiss, da er sich gerade in seinen Flitterwochen in Mexico befindet. Und ich habe schon etwas Bammel davor, dass er denkt ich wolle schon wieder weg. Auf der anderen Seite, die Stelle war ausgeschrieben und wurde uns schmackhaft gemacht. Da muss man ja damit rechnen, dass sich irgendwer darauf bewirbt. Egal wie lange man schon dabei ist. Möglichkeiten muss man einfach ergreifen. Und letztendlich profitieren wir zuletzt ja beide davon. Basta!



Ottawa: in der Mitte das Parlamentsgebäude mit dem Friedensturm und rechts ist das Fairmont Chateau Laurier.

Am Freitag werden wir uns endlich mal aufmachen ein Relax-Wochenende zu verbringen. Da ich noch 2 Urlaubstage habe die bis Ende März wegmüssen, buchten wir uns kurzerhand ins Chateau Laurier in der Landeshauptstadt Ottawa ein. Da werden wir am Samstag dann wahrscheinlich eine Führung durch das Parlament machen und mit Sicherheit verschlägt es uns ins Kanadische Luftfahrtmuseum (Chistians Wunsch), ehe wir uns mit Freude dem Hotelpool widmen werden. Für Sonntag haben wir den Brunch im Aussichtsdrehrestaurant des Marriott-Hotels gebucht. Warten nur noch auf die Bestätigung. Freu mich schon. Das haben wir mal wieder nötig.
Bis die Tage

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