Online Tagebuch von Mike & Christian (Montreal)

Sunday, March 11, 2007

Capital City Ottawa


Eine Statue der ehemaligen Königin Victoria in der Bibliothek

Wie bereits angekündigt waren wir dieses Wochenende in der Landeshauptstadt Ottawa. Das letzte Mal, dass ich dort war, ist bereits zwei Jahre her. Und bereits beim ersten Besuch war ich begeistert vom Charme der Stadt, von den Prachtbauten....
Böse Zungen behaupten zwar Ottawa sei langweilig, ausgestorben und enttäuschend. Aber das sind die Menschen, die mit dem Bus zum Parlamentsgebäude gebracht werden und sich anschliessend in einem Radius von 500 Metern zum Shoppen bewegen.
Unser Besuch übertraf sogar unsere Erwartungen. Am Freitag hatte ich Chris nach Feierabend im Büro abgeholt und anschliessend machten wir uns auf die etwa zweistündige Fahrt.
Im Fairmont Chateau Laurier angekommen gings ersteinmal ins Schwimmbad. Stil der 20er Jahre - sollte man eigentlich unter Denkmalschutz stellen. Anschliessend gings auf einen Cocktail in die Bar bei Live-Piano-Untermalung und hinterher bestellten wir uns zur Stärkung und zum Ausklang des Abends wie so gerne Room-Service. Ist ja auch bequem! Selbst der "Feierabend" hatte sich somit schon gelohnt.



Sorry, schon fertig. Wie man sieht, es war lecker!!!!



Blick aus dem Fenster auf den gegenüberliegenden Flügel

Am Samstag morgen liessen wir uns dann erst einmal schön gepflegt wieder das Frühstück bringen ehe es raus auf Entdeckungstour ging. Da im laufe des Tages eine Warmfront über den Südosten Kanadas zog, erwartete uns Glatteis. Alles war zum bereits dritten Mal in dieser Wintersaison mit Eis überzogen. Abgeschreckt hat es niemanden. Es waren schon ziemlich gut Leute unterwegs. Auch wenn der ein oder andere sich auf dem Hosenboden wiederfand, wir bewiessen Können. :)


Man kann die Eisschicht sehr gut anhand der Autoscheiben erkennen

Unser erster Besuch galt dem Parlamentsgebäude. Dort machten wir eine kostenlose Führung durch die bemerkenswerten Sääle. Alles war mit sehr viel Liebe zum Detail und vorallem nach dem Britischen Vorbild gebaut.


Das House of Commons



Deckenkunst...


...nocheinmal....



...und in der Bibliothek.

Die Bibliothek war das wohl faszinierendste Gebäude. Als einziges überstand es einen Brand im frühen 20sten Jahrhundert. Königin Victoria musste 1857 die Hauptstadt Kanadas ernennen, nachdem es all die Jahre zuvor Streitigkeiten zwischen den Rivalen (und Ex-Hauptstädten) Montreal, Quebec-City, Toronto und Kingston gab. Überaschenderweisse entschied sie sich für die damals unbedeutende Stadt Ottawa, die sich zwei Jahre zuvor noch Bytown nannte. Ausschlaggebend für diese kluge Entscheidung war wohl die Lage am Ottawa-Fluss in der anglophonen Provinz Ontario direkt gegenüber der frankophonen Provinz Quebec, deren Stadt Gatineau auch offiziell zur Hauptstadtregion gezählt wird. So war eine gute Lösung für beide Volksgruppen gefunden. 1865 wurde Ottawa offiziell Hauptstadt und hat heute knapp 900.000 Einwohner. Dies macht sie auch zur viertgrössten kanadischen Stadt.



In der Bibliothek

Anschliessend gingen wir ohne Führerin auf den Friedensturm. Kostenlos, so geht Kanada mit seinem sowieso steuerzahlenden Volk um! Leider war das Wetter nicht gerade besser aber der Blick lohnte sich dennoch. Der historische Turm brannte am 3.Februar 1916 nieder und so baute man den Friedensturm. Unverkennbar nach dem grossen Vorbild in London.


Ein tolles Gebäude


und doch schon ziemlich hoch :)

Anschliessend gingen wir etwas in die Fussgängerzone und stolperten in einen Antiquitätenladen. Ich kann Euch sagen es hat sich gelohnt.
Danach gings doch recht landestypisch in ein Irish Pub (viele Kanadier haben irische Wurzeln) auf ein echtes Schneider's Weisse. Ist das zu fassen?! Da steuer ich jetzt jedesmal hin, wenn wir mal in Ottawa sind :)


...und ein Hoegaarden. Mann trinkt europäisch :)

Am Abend ging es dann noch auf die Fussgängerzone die wahrscheinlich die wenigsten Touristen entdecken (östlich vom Hotel :) ). Ich weiss nicht mehr wie die Strasse heisst, es gab aber ein Center nach dem anderen und die wiederum waren mit gläsernen Überführungen miteinander über die Strasse hinweg verbunden.



Am nächsten Morgen hatten wir bereits den Brunch im Drehrestaurant im 29.Stock des Marriott-Hotels gebucht. Da in Nordamerika die Uhren bereits in der Nacht auf Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt wurden, hatten wir auch eine Stunde weniger Schlaf. So befinden wir uns jetzt nur 5 Stunden von Euch entfernt, bis auch Deutschland die Uhren umstellt.
Das Wetter, pünktlich zum Abschluss unseres Aufenthaltes, war fabelhaft. Strahlend blauer Himmel - so wie wir Kanada eben kennen.


Der Fluss ist sogar schon am auftauen.


Auf der anderen Flussseite liegt die Stadt Gatineau (ehem. Hull) in der Provinz Quebec.


Wie in jeder anderen nordamerikanischen Stadt auch: Szenen mit Alt und Neu


Blick auf den Parliament-Hill bei Sonnenschein und angenehmen Plusgraden


Der Frühling wartet förmlich auf das Startsignal


Und Feuer!!!!


Die weltgrösste Eislaufbahn auf dem Rideau-Kanal in der übrigens zweitkältesten Hauptstadt der Welt.
Irgendwie ironisch. Die meissten verbinden Kanada ja (zurecht) eher mit Kälte und Schnee. Wenige können sich überhaupt vorstellen, dass es hier auch einen richtigen Sommer gibt. Bestes Beispiel ist der 1. August 2006, der Tag an dem wir hier in Kanada angekommen sind. Das war zwar temperaturmässig nicht der heisseste Tag in der Wettergeschichte der Stadt, durch die Luftfeuchtigkeit die an diesem Tag herrschte, schlug der 1. August dennoch alle Rekorde und ging als Tag mit dem höchsten Humidex (gefühlte Temperatur) von 48'C in die Statistik ein.
Durchschnittlich gibt es sogar 2 Tage im Jahr, die eine gefühlte Temperatur von 40'C + aufweissen.


Das Hotel


Bis zum nächsten Mal.

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