Prejeme Vam prijemny let
Ahoj! Nach langer Zeit lassen wir Euch nun mal wieder wissen, was hier so läuft. Ich habe am Freitag letzter Woche (1.September) meinen ersten Arbeitstag bei Ceske Aerolinie gehabt. Da das Geld für meinen Firmenwagen noch irgendwo zwischen der Tschechei und Montréal unterwegs ist, und ich mir erst mal einen Überblick über die ganze Ausgangslage, also Marktanteile auf den wichtigsten Strecken und Potentiale einzelner Reiseveranstalter, Firmenkunden und sogenannter "ethnischer" Reisebüros verschaffen muss, bleibe ich die nächsten 14 Tage wohl noch im Büro und drehe Zahlen um und versuche eine Struktur in den Verkauf zu bringen, um nach Möglichkeit dann später denjenigen bei den anderen Airlines das Leben schwer zu machen, die mich zuvor geärgert haben. Die wichtigsten Destinationen, die wir hier verkaufen sind ausser Prag noch Beirut, Yerevan, Kiev, Odessa, Bucharest, Belgrad, Chisinau. Gestern hatten wir aber auch eine grössere Gruppe nach München auf unserem Flieger. Die Anschlusszeiten in Prag zu den ganzen Destinationen in Deutschland sowie Zürich sind gar nicht schlecht, so dass sich da möglicherweise noch Geschäft holen lässt. Und Tel Aviv natürlich nicht zu vergessen, eine wahre Goldgrube... Das Büro ist von der Lage her sozusagen in 1A-Lage. Die U-Bahn Station "Mc Gill" ist direkt im Haus, ich steige also quasi aus der U-Bahn in den Fahrstuhl, der die Stockwerke 15-25 anfährt und drücke einfach auf die 22. Arbeitsbeginn ist um 08:30, Ende um 16:30, eine Stunde Pause. Soll heissen: Wir haben hier die 35 Stundenwoche. Der französische Einfluss hat also ausser der guten Gastronomie noch weitere gute Seiten. Bei uns im Büro herrscht ein bunter Sprachenmix, tschechich, englisch, französisch, russisch, ungarisch, deutsch, italienisch, es wird quasi alles gesprochen was rang und namen hat. den gestrigen tag habe ich am flughafen verbracht und unseren stationsleiter begleitet. morgens haben wir alles mögliche für die gäste organisisert, die nachmittags aus prag ankommen und rollstühle, anschlussflüge und sonstirgendwelche Dinge hinter ihrem namen auf der passagierliste stehen hatten. Anschliessend die Wetterinformationen für den Rückflug nach Prag zusammengestellt, die Verteilung von Fracht und Gepäck im Laderaum festgelegt, die Routenempfehlung ausgearbeitet und auf einer Karte eingezeichnet, benötigte Treibstoffmenge und Reserve berechnet, Ausweichflughäfen und Notlandeflughäfen entlang der Strecke vorgemerkt. Dann Catering bestellt, anschliessend den Check-In beaufsichtigt, die Maschine aus Prag kommend um 15:27 in Empfang genommen, an Bord gegangen, in den Durchsagerich gesprochen "On behalf of Czech Airlines here in Montréal welcome to Canada. Please have your passport ready with the identity page open when leaving the aircraft as there is a customs check right at the aircraft door". Anschliessend die Putzkolonne beaufsichtigt, aktuelle Tageszeitungen am Gate aufgestellt, Cateringbeladung kontrolliert undundund. Es ist unglaublich, wieviele Kilometer man bei so'ner Tätigkeit im Flughafengebäude und auf dem Vorfeld zurücklegt. Auch wenn ich mich an die Kabinenausstattung der Maschine erstmal gewöhnen muss, kann ich sagen, dass die Kollegen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln alles versuchen, die Passagiere zu beeindrucken. Neben dran am Gate stand die Swissair Maschine, "look they came in before us and will leave after us" so der Kommentar von meinem Kollegen, soll heissen, wir haben es schneller geschafft unsere Maschine "umzudrehen" und trotz verspäteter Ankunft wieder pünktlich, gecheckt, gereinigt und beladen "rauszukriegen". Morgen, Samstag, muss ich dann um 13:30 zum Sommerfest der ukrainischen Gemeinde Montréals, um zwei Flugtickets nach Kiev zu verlosen....
Am letzten Wochenende haben wir noch ein paar Ausflüge zusammen mit Sven gemacht, der hier bei "Language Studies Canada" einen Sprachkurs bis Februar macht. Mit der OKA Fähre ging es zunächst nach OKA, ein kleiner Ort ca. 40km von Montréal entfernt im gleichnamigen Nationalpark. Fähre ist eigentlich übertrieben, die haben hier einfach ein Floss, auf das man mit dem Auto fährt. Das wird dann hinten an nen "alde Fischkutter" angebunden und rüber gezogen.
Nach dem Besuch in OKA sind wir noch auf eine Straussenfarm gefahren, die uns unterwegs unverhofft begegnet ist. Coole Angelegenheit, die wir Euch nur empfehlen können. Hier ein paar Fotos



Am Sonntag waren wir dann noch im PARK OMEGA, ca. 1.5 Stunden Autofahrt von Montréal. Der Park beherbergt alles, was einem hier auch in freier Natur begegnen kann, nur eben gefahrloser...Man fährt ganz gepflegt mit dem Auto durch und hält einfach die Karotten zum Fenster raus. Irgendeine riesige Zunge kommt dann sabbelnd, manchmal samt Kopf und Geweih, inklusive Betätigung der Hupe, ins Fenster reingefahren und schlabbert sich die Karotte raus. Im Park gibts natürlich auch Bereiche, wo man aus dem Auto aussteigen kann und sich zu Fuss den Tierchen nähern kann. Das Gelände ist natürlich wie in Kanada üblich riesig und für die Tiere macht es wahrscheinlich keinen so grossen Unterschied, ob sie jetzt im Park sind oder einfach so im Wald rumschlendern würden...Bilder davon gibt's dann beim nächsten mal, die haben wir noch gar nicht hier auf unserem PC...

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