Online Tagebuch von Mike & Christian (Montreal)

Wednesday, July 26, 2006

Erfolgreiche Wohnungssuche

Gestern gegen 19:30 rief Christian auf Anraten von seinem Freund Siegfried aus Montréal die Vermieter einer 7,5 Zimmerwohnung an um ihnen mitzuteilen, dass wir an dem Appartement interessiert sind. Bereits seit einiger Zeit stand die Wohnung leer, da vorige Mieter die Miete nicht bezahlten. Das Vermieterehepaar sei schon über 80 und mittlerweile natürlich sehr misstrauisch und vorsichtig im Bezug auf neue Interessenten. Siegfried brauchte für meinen Geschmack ziemlich lange, den Opa zu überzeugen, aber das liegt wohl eher daran, dass andere Leute auch arbeiten müssen und andere Dinge im Kopf haben als nur an uns zu denken. Gestern also: Grosser Moment. Bin ja grade froh, dass Chris den Mum besitzt in Montréal anzurufen und es schafft trotz geringer Französischkenntnisse ein Telefonat zu führen. An dieser Stelle meinerseits: DANKE!
Erst erwischte er das Ehepaar aufm Handy im Auto (wohlgemerkt gerade aufm Heimweg vom Gerichtstermin!)und verstand sogut wie garnichts. "Ich weiss net was die spricht, aber`s war kein Französisch!" Für alle die es nicht wissen: dort drüben spricht man Québecois. So auch DIESE Frau. Zumindest konnte man sich darauf einigen, dass Chris eine halbe Stunde später nochmal aufm Festnetz zu Hause anrufen sollte. "Die hat irgendwas mit ^demi^ g`sagt..." :)
Später versuchte man sich noch in neuzeitlicher Völkerverständigung was desöfteren in Gelächter ausartete. Aber hauptsache man versteht das Wesentliche.
Der nette Mann fragte ob wir heute vorbeikommen möchten :), ob wir Möbel hätten usw.
Letztendlich hatte er dann schon verstanden, dass wir noch in Deutschland sind und typisch kanadisch aber für mich völlig ungewohnt, wurde uns gleich gesagt, wir sollen uns doch dann melden vom Hotel, damit sie wissen, dass wir gut angekommen sind. UNGLAUBLICH!!!!!!!!!!!!!.
Wir vereinbarten einen Besichtigungstermin am Mi, 2.August. Und er würde die Wohnung für uns reservieren.
Um 23:00 (Québec -6Std.) rief Chris dann noch Siegfried an um ihm mitzuteilen, dass wir mit den Vermietern Kontakt aufgenommen hätten.
Dieser meinte gleich dass er`s gehört hätte, er hat bereits mit dem Mann gesprochen. Der würde sich so freuen, das Christian so nett wäre usw.....
Wir könnten am 2. rein und müssten dann nochn bischen streichen. Nun, aber wir wussten ja nur, dass wir evtl....................
Siegfried wiederum dachte wir wollten die Wohnung nicht, da wir nochmal ganz skeptisch nachfragten, ob er denn glaube, ob wir die Wohnung tatsächlich bekommen würden. Egal wer was sagt, ich habe erst was, wenn ichs auch unterschrieben habe. Aber darauf können wir trotzdem anstossen, denn Vitamin B ist ja bekanntlich die halbe Miete. DENN: die Wohnung liegt im gesamten 3.Stock des Nachbargebäudes von Siegfried und seiner Familie. Wir könnten sozusagen zusammen frühstücken. Wir auf unsrem und sie auf ihrem Balkon! :) Das beste daran ist, dass ein grösserer Balkon hinten und ein kleinerer Balkon vorne raus geht. Die Wohnung liegt sehr zentral, dennoch aber schon etwas ausserhalb des Trubels. In die Innenstadt sind es mit der Metro nur wenige Haltestellen, mit dem Auto ist man ruck-zuck am Einkaufscenter usw. und zum Wasser ist es nur wenige Minuten.




Die Wohnung liegt im Stadtteil Mercier-Hochelaga-Maisonneuve direkt nördlich der Innenstadt, der Altstadt und des Alten Hafens (Bezirk Ville-Marie). //Mike//

Thursday, July 20, 2006

Kölner Zoo und Mülheimer Freiheit




Mittlerweile läuft die Abschiedstournée auf Hochtouren. Am 1/2.Juli waren wir meine Familie und die engsten Verwandten im Raum Sinsheim und Lydia und Eugen mit allen netten Familienmitgliedern aus Eberbach besuchen. Das letzte Wochenende waren wir nun in Köln und trafen Felix und Patrick sowie H.Peter und Elke. Herbert war leider auf dem Weg nach Süden und wollte in Freiburg vorbeischauen, wobei ich anmerken muss, dass das nicht nur sehr schade sondern auch zutiefst ironisch ist.
Die kleine Emma wurde am Samstag 1 Jahr jung, aber auch bei Simone und Sven haben wir es zeitlich bedauerlicherweise nicht mehr geschafft vorbeizukommen.
Den Samstag verbrachten wir mit Hans Peter im Kölner Zoo.(Elke tanzte sprichwörtlich auf einer anderen Hochzeit :) ) Eine äusserst angenehme Location um den Tag miteinander zu verbringen.

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Unser besonderes Augenmerk galt natürlich unseren zukünftigen Mitbürgern (s.u.)



Kaum Zuhause begannen wir am Dienstag mit der Entrümpelung der Wohnung. Danach sah es natürlich aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Jegliches Eigentum wurde nach Plastik, Holz, Metall, Papier usw sortiert und in Kartons und Müllsäcke verpackt. Am Mittwoch Morgen 0900 wurde eine ganze Transporterladung ohne wenn und aber zum Recyclinghof gefahren und eine Stunde später waren wir unser Hab und Gut los. Kostenlos!!
Sofort wurde der Transporter erneut beladen, diesmal mit zerlegten Möbelstücken, und zum Second-Hand-Möbelhaus gefahren. 2X das ganze Spiel. Für die Nachbarn natürlich die Gelegenheit einmal mit uns ins Gespräch zu kommen. Nicht: "Hallo wie geht`s Ihnen, kann man Ihnen helfen?" sondern richtig GEIL: "Wielang braucht Ihr denn noch? Hier darf man nicht parken." In Kanada hätten bestimmt schon 3 Leute gefragt ob sie helfen können!
Was willste da noch sagen - Deutschland verschlägt einem ja sowieso ständig die Sprache.
Auf jeden Fall mussten wir dann unser Sideboard und das Bett im Möbelhaus wieder aufbauen. Das ganze dauerte aber lange nicht so lang wie wir dachten und so fuhren wir nachmittags noch ganz relaxt an den Baggersee. Das hatten wir uns verdient. Mittlerweile (also 1 Tag später) ist die Bude leer- bis auf das Sofa zum Schlafen im Wohnzimmer, der Kleiderschrank von Markus den er dann nächste Woche bekommt und eben die Sachen die wir mitnehmen. Jede Menge Kleinzeugs, Geschirr usw.
Es sind ja nur noch 10 Tage ehe wir aufbrechen. Countdown sozusagen!! //Mike//

Wednesday, July 19, 2006

"Uf Widrluage" bei Swiss International Air Lines




Am Montag war mein letzter Arbeitstag bei SWISS. Nach fünfeinhalb guten Jahren, mit grösstenteils sehr netten Kollegen nun der Abschied bei Batida de Coco und Campari auf der Dachterasse. Damit übergebe ich auch das Amt des Dienstältesten Mitarbeiters an meinen Kollegen Richard. Auch wenn vom ursprünglichen "Crossair Spirit" durch die Veränderungen in der Branche und die sogenannten "Redimensionierungsmassnahmen" nicht mehr viel übrig geblieben ist, hat es mir selbst nach dem Ende der Crossair Ära noch sehr viel Spass gemacht. Ich kann nur jedem empfehlen, einmal mit SWISS, speziell auf der Fernstrecke zu fliegen. Ein tolles Produkt, das man gerne verkauft hat. Schon eigenartig, das halbe Land ist arbeitslos, und man gibt einfach so seinen Job auf...-//Christian-//

Thursday, July 13, 2006

SPEZIALAKTION AUF DER INSEL


...heute hatten wir dann noch eine kleine Spezialaktion auf der Insel. Nachdem wir den Nachmittag damit verbracht haben, erfolgreich Papier und Dokumente auszumisten, und aus einem mit Papier vollgestopften Crossair Cateringtrolley sowie diverser weiterer über die Wohnung verstreuter Papierlagerstellen nun nur noch einen prallgefüllten Aktenordner zu machen, hörten wir gegen 17:00 Uhr zunächst, dass offenbar draussen auf der "Insel" grösseres technisches Gerät aufgefahren wurde. Zeitgleich vernahmen wir ein mechanisches Klingeln, also eher ein "schellen" und Panik im Treppenhaus. Gestern habe ich noch mit dem Tiefbauamt telefoniert und mich belehren lassen, dass im Falle eines Umzugs, noch mindestens 3.10 Meter Fahrbahnbreite bestehen bleiben müssen, wenn wir einen Transporter beladen sollten. Da draussen offenbar grösseres technisches Gerät in irgendwelche Vorgänge involviert sein musste, die unmittelbar mit unserem Haus in Verbindung stehen musssten, bin ich raus, um mich davon zu überzeugen, dass auch noch 3.10 m Fahrbahnbreite vorhanden sind. Da steht doch tatsächlich die Feuerwehr mit Drehleiterwagen und werkelt an unserem Haus rum. Sylvie, die über uns wohnt, hat der Schlag getroffen. Guckt aus dem Fenster und hat plötzlich einen Feuerwehrmann im Korb vor sich. Ist natürlich gleich runtergerannt, dachte ja, das Haus brennt. Langer Rede kurzer Sinn - der Typ vom Tattoo Studio hat die Feuerwehr gerufen, weil sich ein kleiner Voggel in der Dachrinne verhakt hat. Eine Riesenaction. //christian//

Monday, July 10, 2006

Traumland???????




Von www.Janus-Tv.de:
KANADA
Das Traumland vieler Deutscher bringt viele zunächst zur Verzweiflung: Ständig wechseln die Bestimmungen, noch dazu je nach Provinz. Erst im Juni 2002 wurden sie drakonisch verschärft, und derzeit ist es schwierig wie noch nie. Ohne ein vom HRDC (Human Resources Development Canada) bestätigtes Jobangebot geht nichts. Obligatorisch: fließendes Englisch und moderates Französisch - oder umgekehrt, wenigstens 14 Jahre Ausbildung, mindestens vier Jahre Berufserfahrung, eine medizinische Untersuchung, ein sauberes Führungszeugnis. Neben den Gebühren für den Antrag (340 Euro pro Person) und die Einreise (noch einmal 660 Euro bei Erfolg) müssen wie in den USA auch einige tausend Euro nachgewiesen werden, um sich sechs Monate ab Einreise selbst versorgen zu können.


Na wenn das so ist, fühlt man sich doch gleich 5x besser.
Irgendwie komisch, soooo schwer kams uns gar nicht vor. Es war zwar viel Papierkram zu erledigen, gedauert hat die Bearbeitung in Wien und in Berlin aber nur 10 Monate. Nicht zu vergessen, dass wir am 10.August 2005 in der Landesvertretung von Québec in Wien vorsprechen mussten. Diese Zeit möchte ich auch nicht mehr zurückdrehen. Irgendwie hatte man ja immer die Ungewissheit ob es klappt oder nicht. Ob die Medizinische Untersuchung ok ist oder nicht usw. 10 Monate warten, warten und nochmal warten können ganz schön nervenaufreibend sein und schreien nicht nach Wiederholung!!!



Jetzt haben wir das hinter uns und genau aus diesem Grund sehen wir die Job- und Wohnungssuche in Kanada mittlerweile auch etwas relaxter. Das wird schon!

Von www.stern.de/wirtschaft/ arbeit-karriere/arbeit/507274.html:
Von einem neuen Leben träumen wohl die meisten Menschen hin und wieder: einfach alles hinter sich zu lassen und irgendwo anders auf der Welt neu anzufangen. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamts haben allein im Jahr 2004 mehr als 150.000 Deutsche ihrer Heimat den Rücken gekehrt, um ihr Glück im Ausland zu suchen - dies ist die höchste Auswanderungsquote seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Sunday, July 09, 2006

Noch 22 Tage



Irgendwie komisch, aber im Moment habe ich nichts anderes zu tun als die Tage zu zählen. Komme mir vor wie ein Rentner. Es gäbe zwar wichtigere Dinge wie Französisch zu lernen, nur sag das mal jemandem wie MIR!!!
An dieser Stelle herzliches Beileid an Teresa und Jörg nach Frankreich. Die 2 waren von Fr Abend bis Sa Mittag bei uns zu Gast. Auf dem Weg ins spanische Ferienhaus hat ihr Auto dann den Geist aufgegeben und jetzt müssen sie zwei Tage im Niemandsland auf die Ersatzteile warten. Aber Hautsache dort gibts n Pool :)
Ich hoffe Ihr kommt uns bald in Kanada besuchen, und zwar für einiges länger. Aber da Teresa ja schon mal in Montréal war, bedarf es nicht vielem Sie dafür zu begeistern. Ich sage nur: Untergrundstadt!! Und wie ich vorhin erfahren habe übt sogar bereits H.P. Kajak zu fahren. For the great experience in Québec :) Na da bin ich mal gespannt. -mike-

Friday, July 07, 2006

Noch 24 Tage


Durch nen Tip von Hans-Peter sind wir auf die Idee gekommen diesen Blog einzurichten. Damit Ihr so ein bischen an unsrem Leben teilhaben könnt.
Mittlerweile sind wir richtig froh, dass unsere Tage hier bald gezählt sind, denn im Nachbargebäude (ehemals ein kaum bemerkbarer Esoterikladen) ist seit Anfang Juli ein Tattoo-Studio. Das wär kein Problem, nur stehen den ganzen Tag alle Fenster und Türen offen und die 3-Stunden am Stück laufende Nadel macht in etwa dieses Geräusch: tztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztz
Das ist kaum auszuhalten - es seidenn, man hält die Fenster geschlossen. Bei dem Wetter!!!!

Heute haben wir die Krankenversicherungspolice zugeschickt bekommen. Diese haben wir für die Übergangszeit von 3 Monaten für gut 652$CAN (ca. 475€) bei Blue Cross abgeschlossen.

Gestern war eine Frau vom Recyclingkaufhaus "Troc" bei uns. Wollten unser Ecksofa, den rustikalen Esstisch samt Stühle, einen Küchenschrank, einen Schlafzimmerschrank, ein grosses Bild, unser Bett samt Latexmatratze, eine Waschmaschine und unser Sideboard im Wohnzimmer an den Mann bringen. Für schlechtestenfalls 500€ dürfte es verkauft werden. Davon bekommen wir aber nur 72% und dann müssen wir noch nen Transporter für 65€ mieten, die Sachen Zuhause ab- und dort wieder aufbauen.
Das Sofa bekommt sowieso eine karitative Einrichtung, denn den Bezug abzuziehen und reinigen zu lassen ist uns zu aufwendig und natürlich zu teuer.
Wir müssen uns noch was einfallen lassen, wie, wo, wann und an wen wir die Sachen verkaufen. Es ist schon ziemlich enttäuschend zu sehen, wie wenig Geld man für seine Habseligkeiten bekommt und welchen Aufwand man dafür erbringen muss. -mike-